eseliges Wochenende bei den Schmidts 2009

Vom 22. bis 24. Mai 2009 lud die Familie Schmidt Eselfreunde zu sich nach Hause ein.

Meine ursprüngliche XXL Version paßte leider nicht auf YouTube, von daher hier einige wenige Momente im Film festgehalten.

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Eselfreunde aus D, NL, F, und L trafen sich in B

Wir hatten für das Wochenende vom Samstag den 23. bis Sonntag den 24. Mai 2009 Eselfreunde zu uns nach Hause eingeladen. Bereits am Donnerstag kamen erste Reisefreudige aus dem Münsterland herbei, um uns bei den Vorbereitungen zu helfen.

Freitagabend trafen weitere Eselfreunde aus Deutschland und den Niederlanden ein. Letztere hatten im „Gepäck“ auch ihre fünf Esel mitgebracht. Die Weide war für unsere tierischen Gäste bereits vorbereitet und diese genossen nach der langen Hängerfahrt den großzügigen Auslauf. Alle Fünfe schienen sich wohl zu fühlen, somit konnten wir uns nun auch den menschlichen Gelüsten hingeben. Vegetarische Spagetti Bolognese füllten unsere Mägen und belgisches Bier schäumte dazu aus allerlei Flaschen. Satt und zufrieden begannen unsere Gespräche natürlich rund um die Esel, auf deutsch, englisch, niederländisch und mit Händen und Füßen, denn wo ein Wille, ist auch ein Weg, und Esel verbinden sowieso.

 

Der Morgen danach: Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, doch irgendwas war nicht in Ordnung. Unser Wallach Samuel lag im Schatten eines Baumes. Jeder, der das gesehen hätte, wäre der Meinung gewesen: „Der döst da so vor sich hin.“ Doch ich kenne den kleinen Mann besser. Noch nie hat sich Samuel einfach nur so auf die Wiese gelegt, ohne dass ihm etwas gefehlt hätte. Und tatsächlich. Er hatte Fieber. Tierärztin kam angesaust und erklärte nach der Behandlung, dass er auf keinen Fall bei der Wanderung, die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, mitgehen dürfe. Und aus Solidarität beschlossen wir, dass auch seine Mutter Masl-tow Zuhause bleiben sollte. Denn die Genesung würde mit Sicherheit schneller greifen, wenn Mama da bliebe, anstatt sich mit uns unterwegs zu vergnügen.

Zum Glück hatten die Gastesel mit unseren Eseln keinen Kontakt gehabt. Gleichwohl wir bis dato ohnehin noch nicht wussten, ob es überhaupt ansteckend sein würde, was Samuel da ausbrütete.

Nach dem Frühstück trudelten weitere Langohren ein, die sich schnell in die Eselgruppe der Niederländer einfanden und die Rangordnung klärten.

 

Aufbruch zur Wanderung: Geplant war eine Tagestour mit Picknick. Im Henkelmann wartete der Bohneneintopf und in Kühltaschen die Getränke darauf, auf halber Strecke vertilgt zu werden. Wir spazierten los, und aus einer Wanderung wurde schnell eine Schlenderpartie, da uns allen die Hitze zu schaffen machte. Nun ja, zumindest uns Menschen. Die Esel kamen mit Planet Sonne bestens zurecht. Mittags suchten wir uns demnach ein schattiges Plätzchen, während unsere langohrigen Begleiter auf einer Wiese speisten. Ab und zu mussten die Fellnasen aber natürlich mal schauen kommen, was wir Menschen da so alles rumstehen hatten. Mein Stativ erfreute sich dabei größter Beliebtheit und wurde von allen sieben Eseln staunend abgeschnüffelt, beäugt und schlussendlich immer wieder mal umgestoßen, da es als ungefährlich eingestuft wurde.

 

Wieder Zuhause angekommen, verabschiedeten sich leider auch schon die ersten Eselfreunde, da für sie weitere Verpflichtungen an dem Wochenende angesagt waren. Zeitgleich kam ein Anruf von Jacques Clouteau, ein Eselfreund aus Frankreich, der meldete sich an, in ca. 30 Minuten einzutreffen. Jacques hat bereits jede Menge Bücher über Esel geschrieben und war auch schon in der Eseldokumentation „Stur, faul dumm …?“ auf Arte im Fernsehen zu sehen. Die einen gingen und andere kamen. Obwohl uns nun auch noch französisch aufgetischt wurde, amüsierte man sich vortrefflich. Die Sprachenvielfalt und die Verständigung war schon eine kleine Herausforderung, die bis spät in die Nacht anhielt, doch wo ein Wille, ist auch ein Weg, und Esel verbinden sowieso, aber ich glaube, das stellte ich einige Zeilen zuvor bereits fest.

 

Der sonnige Sonntagmorgen lief sehr gemächlich an. Samuels Fieber war zurückgegangen und er machte einen viel aufgeweckteren Eindruck. Nichts desto trotz war es immer noch heiß, und man verspürte keinerlei Lust auf Hektik. So wurde aus dem Frühstück ein Brunch und alsbald trafen wieder Eselfreunde, diesmal aus Luxemburg, ein. Neue Leute ergaben natürlich auch wieder neuen Gesprächsstoff, und so wurde aufs Neue Eseliges diskutiert.

 

Im meiner kleinen Eselboutique wurden indes Eselsammler fündig, und frische Waffeln mit Vanilleeis versüßten uns die Mittagshitze.

 

Jacques’ Freundin Josette hatte auf meinen Wunsch hin auch einen Packsattel mitgebracht, den ich gerne mal an unseren Eseln ausprobieren wollte. Sie hat sich von vielen verschiedenen Packsattelmodellen inspirieren lassen und daraufhin diesen Packsattel selber entwickelt. Der Clou an der Sache ist nicht nur, dass es ein Packsattel für Zwergesel ist, nein, er ist, ähnlich wie der Packsattel von „lutra“, auch noch in der Winkelung verstellbar. Nachdem wir den Packsattel angepasst hatten, war ich restlos überzeugt und bedauerte, dass dies nur ein Vorführmodell war. Zu gerne wäre ich nämlich damit sofort losgewandert.

 

Der Nachmittag war somit unbemerkt auch auf einmal futsch und der Abend brach viel zu schnell herein. Eselfreunde fuhren nach und nach wieder heimwärts. Nur Jacques und Josette hatten Zeit und blieben über Nacht. Was bedeutete, dass wir einen langen Abend mit schönen Eselthemen vor uns hatten. Unsere gegenseitigen eseligen Ideen überschlugen sich förmlich. Schnell war klar, dass wir uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind und einigten uns nach einem feudalen Reste-Barbecue vom Vorabend am Ende darauf, eine Idee nach der anderen umsetzen zu wollen. Das würde unser beiden Herzen bestimmt zu Gute kommen.

Als erstes Projekt planen wir nun das Buch „Wandern mit einem Esel“ von Jacques Clouteau ins Deutsche übersetzen und verlegen lassen zu wollen.

Dazu benötigen wir aber Hilfe, denn so ein Projekt schüttelt man natürlich nicht aus dem Ärmel und wir haben ja leider keine Golddukaten kackende Eselchen, die uns die finanziellen Schwierigkeiten, die so ein Projekt mit sich bringt, ermöglichen könnten. Wer uns also bei unserem Vorhaben unterstützen möchte und vielleicht ebenfalls ein Interesse daran hat, dass Jacques Bücher auch in deutscher Sprache auf dem Markt erhältlich sind, kann sich gerne bei mir melden. Wir brauchen Übersetzer, Layouter, Druckerei, Verlag … oder auch Ideen und Kontakte, denn wo ein Wille, ist auch ein Weg, und Esel verbinden sowieso!

 

Übrigens:

Unser Samuel ist wieder Wohl auf. Es war zum Glück auch gar nichts Ansteckendes gewesen, sondern eine allergische Reaktion auf Bremsen. Tsetse, was es alles gibt?

Aufgrund der häufigen Nachfrage steht auch schon ein neuer Termin fest. Das nächste eselige Wochenende bei den Schmidts wird vom 4. bis 6. Juni 2010, also das Wochenende vor Fronleichnam, stattfinden.

Ezelsoor

18e jaargang 2009

august - september

Nummer 4

ÜBERSETZUNG

Eselwochenende bei Judith und Gregor in Burg-Reuland am 23. und 24. Mai 2009

Es kostete uns viel Mühe aber um 16.00 Uhr hatten wir gepackt, die Esel eingeladen und es war Zeit abzufahren.

Die Reise verlief schnell und um 21.00 Uhr kamen wir in Grüfflingen an. Wir wurden herzlich Willkommen geheißen durch Judith und Gregor. Erst die Esel ausladen und zur großen Wiese hinter dem Bach, der hinter dem Haus von Judith und Gregor fließt. Onyx musste natürlich mit ihrer Nase an den Stromzaun kommen und bekam von dem Schock wirklich große Augen. Der Stromzaun ist, um die Katzen auf dem Grundstück zu halten, da das Haus von Judith und Gregor an der Durchgangsstrasse nach Luxemburg liegt. In der Anfangszeit seit sie dort wohnen, sind drei Katzen totgefahren worden. Drinnen trafen wir die anderen Gäste und bekamen eine herrliche vegetarische Mahlzeit. Noch eine zeitlang miteinander sprechen, dann gingen wir in unseren Bus schlafen, der auf einem gemütlichen Platz an der Kirche geparkt war. Am nächsten Morgen gut ausgeruht zum Haus von Judith und Gregor, wo wir uns an einem herrlichen Frühstück gütlich tun konnten, zwischen den Tieren, den Katzen, Ziegen und Eseln, schön in der Sonne, die Sonne, die sich am Wochenende von ihrer besten Seite zeigte. Der Esel Samuel war krank, hatte eine Art Grippe und sollte nicht zu unseren Eseln kommen. Er begann wieder zu fressen, sah aber noch lustlos und mager aus. Darum mussten Samuel und Masl-tow Zuhause bleiben, die Ziegen hatten diesen Tag auch frei, da sie in der Woche bei den Wanderungen mitgehen. Um 12.00 Uhr startete die Wanderung, es waren noch zwei Eselhalter mit ihren Tieren dazugekommen. Ein Stückchen durch das Dorf und schnell waren wir im Wald, das Gebiet der Eifel. Es war eine sehr entspannte Wanderung, wo unsere Esel frei im Wald laufen konnten. Nach ein paar Stunden kamen wir an ein Auto, dass durch Gregor in den Wald gebracht worden war. Dort konnten wir auf einer Decke in der Sonne etwas trinken und eine Mahlzeit zu uns nehmen. Was will man noch mehr? Wieder zurück in Grüfflingen aßen wir ein Eis aus dem Shop von Judith, wo wir alle uns Eselsouvenirs in Ruhe ansehen konnten. Abends wurden wir hinter dem Haus zwischen den Tieren mit einem Barbecue überrascht. Auch kam ein neuer Gast. Jacques Clouteau und Freundin Josette. Jacques kam aus den Niederlanden zurück, wo er seinen neuen Packsattel bei Menschen die Eselwanderungen organisieren, demonstriert hat. Die kommende Woche stand Belgien auf seinem Programm. Er hat auch zusammen mit dem Künstler Christian Hirlay ein neues Buch herausgebracht. Ein ABC über Esel, mit lustigen Zeichnungen von Christian. Jacques schrieb den Text dazu. Am folgenden Tag trafen wir andere Menschen, auch unsere Eselfreunde aus Luxemburg kamen zu Besuch. Es war vorgesehen, dass Judith uns Zirkuslektionen lehrt, aber da Samuel krank war und ständig andere Gäste kamen, ergab sich das nicht. Wohl bekamen wir den Packsattel Randoline gezeigt und erklärt. Es war ein geselliges Wochenende mit netten Eselmenschen und wir fuhren abends mit einem guten Gefühl wieder nach Hause.

 

Ali Tromp

frei übersetzt von Gregor Schmidt